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Bundesentscheid des Berufswettbewerb der Junggärtner 2017

Team aus ehemaligen Schülern des Berufskollegs Bonn- Duisdorf vertritt das Bundesland NRW beim Bundesentscheid des Berufswettbewerbs 2017 der Junggärtner auf der IGA und erreicht den vierten Platz in Wettbewerbsstufe B.

Als wir am 15. Februar 2017 am Ortsentscheid des Berufswettbewerbs der Junggärtner am Berufskolleg in Bonn - Duisdorf teilnahmen, dachten wir nicht im Entferntesten daran einmal unser Bundesland NRW in der Bundeshauptstadt Berlin vertreten zu dürfen. Wir, das sind Flora Hinzmann, Florian Oster und Franziska von Marwick, mittlerweile allesamt Gesellen des Garten- und Landschaftsbaus.

Der Gewinn auf Ortsebene war für uns schon eine Riesenfreude, als wir jedoch auch in Essen bei dem Landesentscheid auf den ersten Platz steigen durften, konnten wir es kaum fassen: Wir hatten uns für das Bundesfinale in Berlin qualifiziert. Als Vorbereitung auf dieses Finale wurden wir, gefördert vom Verband Garten- und Landschaftsbau Bonn-Rhein-Sieg und den Junggärtnern Bonn, nach Grünberg auf ein Vorbereitungsseminar geschickt. Auf diesem Seminar trafen alle Teams aus ganz Deutschland zusammen, um sich auf das Finale vorzubereiten. Wir lernten viele, uns vorher unbekannte Dinge kennen. Zum Beispiel Blumensträuße und Blumengestecke herzustellen, wandungebundene Fassadenbegrünungen, eine Menge über Heilkräuter und vieles mehr. Definitiv bestanden die fünf Tage in Grünberg nicht nur aus stupidem Lernen, sondern aus einem netten und erkenntnisreichen Beisammensein von Kollegen aller Fachsparten des Gärtnerberufs. Denn wie wir schon zu Anfang des Seminars mitbekommen hatten, waren wir eines der wenigen Teams, das nur aus Gärtnern des Garten- und Landschaftsbaus bestanden. Daher wurde uns auch früh bewusst, dass wir uns aus den anderen Fachsparten viel aneignen müssten.

Am 5. September machten wir uns dann auf den Weg Richtung Berlin-Marzahn. Angekommen in unserer Unterkunft bekamen wir die wichtigsten Informationen für den folgenden Wettkampftag. Gemeinsam mit der ganzen Gruppe, bestehend aus zwölf Teams der Wettbewerbsstufe A und elf Teams der Wettbewerbsstufe B, machten wir uns also am 6. September auf den Weg zur Internationalen Gartenausstellung in Berlin- Marzahn, die Austragungsort des BWB war. Unserem Stationsplan folgend durften wir in den zwei Tagen 16 Stationen ansteuern, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Nur um einen kleinen Überblick zu geben: Sicherheitsunterweisungen in einem Video darstellen, eine Pflanztasche zur Fassadenbegrünung herstellen um diese anschließend zu verkaufen und ein Urnengrab inklusive eines kleinen Gedenkgartens mit Mauer und Platten zu bauen, waren unsere Aufgaben. Zwei Aufgaben durften wir schon von Zuhause aus vorbereiten. Zum einen ein Bild zum Thema „Gärtner mein Traumberuf“ und zum anderen einen Gemüsestrauß zu einem Rezept aus unserer Region - natürlich ist es der rheinische Sauerbraten geworden. Das Bild musste noch auf dem Wettbewerb vorgestellt werden und der Gemüsestrauß fertig gestellt und gegen einen kleinen Obolus an Besucher der IGA verkauft werden.

Am ersten Wettkampftag wurde uns noch ein Thema für einen Sketch vorgegeben, den wir am Abend des letzten Wettkampftages vorführen sollten und der als 16. Station galt. Das Thema lautete: „Wie kam der Bär nach Berlin?“ und man muss wirklich sagen, dass die Ergebnisse nicht hätten unterschiedlicher und lustiger sein können. Wir entschieden uns für eine politische Auseinandersetzung mit dem Thema. Es ging um den Bären Paddington, der als Flüchtling nach dem Brexit nicht mehr in Großbritannien erwünscht war und von Angela Merkel selbstverständlich und glücklicherweise in Berlin aufgenommen wurde. Mit dem Sketch war der Wettbewerb dann vorbei. Nun konnten wir endlich zu unseren ehemaligen Berufsschullehrern Silvia Krause und Jens Buchholz, die extra für uns nach Berlin gereist waren. Vorher durften wir nicht viel mit ihnen reden, weil „Coaching“ auf dem Wettbewerb strengstens untersagt war. Von da an ging das Warten los, Warten auf den kommenden Abend der Siegerehrung. Den Morgen vertrieben wir uns mit einer Spreerundfahrt und dem obligatorischen Selfie unter dem Brandenburger Tor um wenigstens etwas von Berlin gesehen zu haben. Um 14 Uhr trafen wir uns dann um zum deutschen Gartenbautag zu gehen, auf dem die Siegerehrung stattfand. Bis zur Siegerehrung wurden gefühlte drei Stunden geredet. Die Spannung stieg und es wurden lediglich die drei besten Teams ausgerufen. Niedersachsen, Thüringen und als erstes Bayern. Wir waren nicht wirklich überrascht, weil diese Teams so stark gewesen sind und wir unsere eigenen Leistungen nicht so recht einschätzen konnten. Am Abend erfuhren wir dann auf einer internen Siegerehrung, dass wir den vierten Platz belegt haben, mit einem Punkteunterschied von nur 0,2 Punkten zum dritten Platz. Darüber freuten und freuen wir uns immer noch riesig. Auf dem Galaabend konnten wir unser Ergebnis ordentlich feiern. Resümierend war der gesamte Wettbewerb eine große Bereicherung für unser Team. Wir konnten alle über unseren gewohnten Tellerrand hinausschauen und nicht nur unser gärtnerisches, sondern auch unser Allgemeinwissen bei den verschiedenen Aufgaben vergrößern.

Insgesamt können wir allen angehenden Gärtnern empfehlen an dem Wettbewerb teilzunehmen und dadurch viele neue Erfahrungen und neue Bekanntschaften zu machen!

(Autorin: Franziska von Marwick)

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