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Exkursion der gartenbaulichen Berufsschule nach Südtirol

Die Auszubildenden im Ausbildungsberuf Gärtner/in des zweiten und dritten Ausbildungsjahres in der Fachrichtung „Obstbau“ am Berufskolleg des Rhein-Sieg-Kreises in Bonn-Duisdorf unternahmen vom 28.05.2018 bis 01.06.2018 eine Exkursion in das Obstbaugebiet Südtirols.

Es ist mit einer Anbaufläche von ca.18.000 ha das größte Apfelanbaugebiet in Europa. Jedes Jahr werden rund 950.000 t Äpfel geerntet, das sind 10 % der gesamten europäischen Apfelernte.

Die Fahrt diente dem Zweck, Erfahrungen und Ideen aus dem Obstbaugebiet Südtirol zu erlangen und „mitzunehmen“. Einige von uns konnten auch neue Inspirationen in den eigenen Familienbetrieb oder den Ausbildungsbetrieb übertragen. Unsere Lehrerin, Frau Häser, gestaltete abwechslungsreiches und interessantes Programm.

Das Programm sah unter anderem den Besuch ökologischer und integriert geführter Obstbaubetriebe, einer Genossenschaft zur Vermarktung von Äpfeln, des Versuchszentrums Laimburg, der Fachschule Laimburg und der Kellerei Terlan vor. Von einigen Ausbildungsbetrieben wurde ein Mittagessen in der Raffeiner Orchideenwelt in Gargazon finanziert.

Besonders interessant war der Obstbaubetrieb von Peter Matha in Nals. Dort sahen wir zum ersten Mal die 3,50 Meter hohen Apfelbäume. Bei einer Betriebsführung zeigte Herr Matha uns seinen Zapfschnitt, den er seit 2003 mitentwickelt und mittlerweile bei allen Sorten anwendet. Das Besondere dabei ist, dass die Bäume in der Krone nicht breiter als 60 cm sind. Die einzelnen Seitentriebe sind teilweise bis zu sieben Jahre alt und garnieren sich immer noch sehr gut.

Auch sehenswert war die Obstgenossenschaft Grufrut in Branzoll. Diese erzielt einen Jahresertrag von 80.000 Tonnen, der von den 147 Mitgliedern erwirtschaftet wird. Dort lernten wir Sortier- und Packanlagen für Äpfel in Sondergröße kennen. Die Größe spiegelte sich auch in den 230 Lagerzellen wieder. Durch die vollautomatisierten Abläufe gibt es nur 120 Mitarbeiter, die jedoch eine hohe Leistung erbringen.

Am Donnerstag besuchten wir einen Tag lang das Versuchszentrum Laimburg, sowie die Fachschule Laimburg. Im Versuchszentrum erklärte man uns interessante Versuche, wie zum Beispiel die DCA-Lagerung, alternative Möglichkeiten für die Baumstreifenbehandlung und diverse Versuche zum Bio- Anbau. Die Lehrer der Fachschule informierten uns über den Verlauf der Obstbau-Ausbildung in Südtirol. Diese findet nicht in einem dualen Ausbildungssystem wie bei uns statt, sondern in einer dreijährigen Vollzeitschule an der Laimburg. Der fachpraktische Unterricht findet immer am Nachmittag statt. Die Fachpraxislehrer unternahmen mit uns einen Rundgang durch die Obstplantagen und erläuterten die Aufgaben der Auszubildenden.

Ein besonderes Highlight für die meisten von uns war der Besuch der Kellerei Terlan mit einer Führung durch einen Weinberg, Vorführung des Weinrebenschnittes und anschließender Kellereibesichtigung. Dort lud man uns zu einer kleinen Weinprobe ein. Der Weinanbau war für uns interessant, weil auch andere Seiten des Obstbaus in Südtirol dargestellt wurden, die sonst fast keiner von uns im Betrieb erleben kann.

Rückblickend kann gesagt werden, dass wir durch diese Exkursion die Vielfalt des Obstbaus kennenlernen konnten und die außerordentliche Gastfreundschaft der Süd-Tiroler schätzen lernten. Wie zum Beispiel die Einladung auf ein Mittagessen durch die Fachschule Laimburg oder die Stärkung durch Getränke, Südtiroler Speck und Schnittchen seitens der Familie Matha. Abschließend möchten wir uns bei den Ausbildungsbetrieben und dem Förderverein zur Aus- und Weiterbildung im Obstbau für die finanzielle Unterstützung danken, die uns diese Fahrt erst ermöglicht hat.

Moriz Hentzschel und Thorsten Brünagel (Klasse GA 161)

 

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