Logo

Einsatz für Straßenkinder in Kigali

Zwei FSJler der Aktion Tagwerk stellen Arbeit des Vereins und ihren Einsatz in Ruanda vor

VON AKIN KAYA (erschienen im GA am 12.06.2018)

DUISDORF. Einige Schüler spielen mit dem Gedanken, nach dem Schulabschluss ein Freiwilliges Soziales Jahr zu machen. Ein Anbieter unter vielen ist der Verein „Aktion Tagwerk“. Im Berufskolleg des Rhein-Sieg-Kreises in Duisdorf haben am Montag zwei junge FSJlerinnen sich selbst und die „Aktion Tagwerk – Dein Tag für Afrika“ (AT) vorgestellt. Die beiden 19-jährigen Janis Heinz und Marie Christ wurden im September vergangenen Jahres Teil der Aktion Tagwerk, das sich in sieben Ländern Afrikas für Projekte zur Entwicklungsförderung einsetzt.

In einer anschaulichen Präsentation berichteten sie über die Funktionsweise der Aktion Tagwerk und insbesondere ihren eigenen Tätigkeiten und Erfahrungen während eines längeren Aufenthalts auf dem afrikanischen Kontinent.

Die AT gründete sich 2002 in Rheinland-Pfalz im Rahmen eines Spendenlaufs für Afrika und steht unter der Schirmherrschaft der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Seit 2007 ist Aktion Tagwerk bundesweit mit Vertretungen in Mainz, Bonn und Berlin aktiv. Die Vorsitzende Nora Weisbrod konnte 2014 den Bambi in der Kategorie „Unsere Erde“ für ihr Engagement entgegennehmen. Die Erlöse der Kampagne von AT werden an die international tätige Hilfsorganisation für benachteiligte Kinder Human Help Network (HNN) weitergeleitet. Das HNN gibt das Geld an Projektpartner vor Ort, welche die Hilfemaßnahmen organisieren und den Schülern der AT Wissen und Erfahrung mit auf den Weg geben.

Janis und Marie entschieden sich, gemeinsam mit sechs weiteren FSJlern, selbst aktiv zu werden. Im Vorfeld hatten sie an verschiedenen Tagen in Unternehmen gearbeitet, um ihren Lohn an AT zu spenden. Mit ihnen konnten 200000 Schüler bundesweit aus 583 Schulen, insgesamt 1,4 Millionen Euro zur Projektförderung auftreiben. Die jungen Helferinnen erklärten Schülern der Abteilung Ausbildungsvorbereitung des Berufskollegs in Duisdorf anhand ihrer Präsentation, wie ihre Reise nach Ruanda im September 2017 verlief.

In der Hauptstadt Kigali beschäftigten sie sich mit „Les Enfants de Dieu“, einem Zentrum für Straßenkinder, die von ihren Familien verstoßen wurden, sowie einem Jugend- und Ausbildungszentrum, in dem circa 1000 junge Menschen das Ausbildungs- und Freizeitangebot nutzen. Im Ort Nyamasheke wurde Kinderfamilien das ertragreiche Bestellen von Feldern beigebracht und Unterstützung für die Finanzierung von beispielsweise Schuluniformen angeboten. Während eines Besuches einer Gruppe alleinerziehender Frauen, die von der Gesellschaft ausgeschlossen wurden, wurde unter anderem bei der Süßkartoffelernte eine helfende Hand gereicht.

Additional information